4. Dezember - Das Adventslied der Woche

    Singen in Gemeinschaft ist dieser Tage wegen der Ansteckungsgefahr ja leider nicht möglich. Doch ein Blick auf die Texte verschiedener Adventslieder lohnt sich auf jeden Fall.

    Unser Lied in der ersten Adventswoche ist von Jochen Klepper "Die Nacht ist vorgedrungen". Es entstand mitten in der Zeit des Nationalsozialismus und rührt durch seine starken biblischen Bilder an. Das Gegensatzpaar von Hell und Dunkel dominiert diesen Liedtext und regt zum Nachdenken an: Was empfinde ich derzeit als Dunkel - und wo sehe oder erhoffe ich mir Licht?

    Aber lesen sie am besten selbst:

     

    Die Nacht ist vorgedrungen,
    der Tag ist nicht mehr fern.
    So sei nun Lob gesungen
    dem hellen Morgenstern!
    Auch wer zur Nacht geweinet,
    der stimme froh mit ein.
    Der Morgenstern bescheinet
    auch deine Angst und Pein.

    Dem alle Engel dienen,
    wird nun ein Kind und Knecht.
    Gott selber ist erschienen
    zur Sühne für sein Recht.
    Wer schuldig ist auf Erden,
    verhüll nicht mehr sein Haupt.
    Er soll errettet werden,
    wenn er dem Kinde glaubt.

    Die Nacht ist schon im Schwinden,
    macht euch zum Stalle auf!
    Ihr sollt das Heil dort finden,
    das aller Zeiten Lauf
    von Anfang an verkündet,
    seit eure Schuld geschah.
    Nun hat sich euch verbündet,
    den Gott selbst ausersah.

    Noch manche Nacht wird fallen
    auf Menschenleid und -schuld.
    Doch wandert nun mit allen
    der Stern der Gotteshuld.
    Beglänzt von seinem Lichte,
    hält euch kein Dunkel mehr;
    von Gottes Angesichte
    kam euch die Rettung her.

    Gott will im Dunkel wohnen
    und hat es doch erhellt.
    Als wollte er belohnen,
    so richtet er die Welt.
    Der sich den Erdkreis baute,
    der lässt den Sünder nicht.
    Wer hier dem Sohn vertraute,
    kommt dort aus dem Gericht.

    Text: Jochen Klepper (1938)
    Melodie: Johannes Petzold (1939)

    Wenn Sie das Lied anhören oder mitsingen möchten, finden Sie hier eine Aufnahme:

    https://www.youtube.com/watch?v=dHlO6jwER9Q

    Drucken E-Mail

    3. Dezember - Jede Menge Heilige

    Der  griechische Wanderbischof Anthimos, die Wohltäterin Emma von Lesum, der Klostergründer Gudwal, die elsässische Herzogin Gerlind und der Prophet Zefanja. Sie und noch über 30 andere Menschen tauchen heute am 3. Dezember im offiziellen Heiligen- und Gedenkkalender der katholischen Kirche auf. Sie alle sind Menschen, die so gelebt haben, dass die Menschen ihrer Zeit und die Menschen späterer Zeiten gesagt haben: Die wollen wir auf keinen Fall vergessen.

    Auch Heilige waren - etwas flapsig gesagt - nicht immer Heilige. Oft war es eine bestimmte Tat, eine bestimmte Haltung, eine bestimmte Gabe, die dazu geführt hat, dass sie den Menschen ein klein wenig Gottes Heil nahegebracht haben.

    Einer der bekanntesten Namen in der heutigen Liste ist Francisco Javier de Jassù y Azpilcueta. Wir kennen ihn eher als Franz Xaver. Er lebte im 16. Jahrhunder, war ein Freund von Ignazius von Loyola, gehörte zu den Gründungsvätern des Jesuitenordens und war ein begnadeter Missionar. Er war einer, der durch sein Wort und seine Persönlichkeit überzeugen konnte. Andere haben später versucht, mit Armeen und Gewehren die Menschen zum Glauben zu bewegen. Mittlerweile weiß man, dass das irgendwie nicht das gleiche war...

    Franz Xaver hat in Indien und im asiatischen Raum viele Menschen zum Glauben geführt, seine Briefe waren damals in weiten Teilen der Christenheit bekannt. Er war, nach heutigen Kategorien, ein Star. Vielleicht ist sein Gedenktag ein guter Anlass, heute wieder einmal an ihn zu erinnern.

     

    Quelle:Joachim Schäfer - Ökumenisches Heiligenlexikon

    Francisco
    Familienname: Javier de Jassú y AzpilcuetaFrancesco Javier

     

    Francisco
    Familienname: Javier de Jassú y Azpilcueta

    Drucken E-Mail

    2. Dezember - Die Tür steht offen - Teil 2

    Später am Tag hatte sie die Begegnung immer noch nicht losgelassen. „Ich bin es nicht mehr gewöhnt mit anderen zu sprechen. Mit Kindern schon gar nicht, “ dachte sie bei sich. Trotzdem kam ihr die Frage des Mädchens immer wieder in den Sinn „Zeigst Du mir, wann Weihnachten ist?“ Am Nachmittag blickte sie in einem der leerstehenden Geschosse auf die verschlossene Fensterfront, die hinunter zum Marktplatz zeigte, und hatte eine Idee.

     

    An diesem Abend bemerkten es die Menschen kaum, dass einer der Fensterläden geöffnet war und eine brennende Kerze die Scheiben erleuchtete. Am zweiten Abend machten sie die Leute schon gegenseitig darauf aufmerksam und zeigten neugierig auf das Haus, von dem sie doch glaubten, es sei unbewohnt. Am dritten Abend warteten schon die ersten gespannt und fragten sich, welcher Fensterladen sich diesmal öffnen sollte und ab dem vierten Abend wurde jeder weitere Laden und jede weitere Kerze mit einem lauten Ah und Oh gewürdigt, denn das alte Haus erstrahlte im Glanz der Kerzen jedes Mal ein Stückchen mehr.

    Als deutlich wurde, dass am 23. Dezember alle Fenster geöffnet sein sollten, fragten sich die Menschen auf dem Marktplatz, was denn dann komme. „Dann kommt Weihnachten,“ dachte Anna bei sich und freute sich gespannt auf diesen Tag.

     

    Am Morgen des 24. Dezember gingen bereits ungewöhnlich viele Menschen an dem Haus vorbei. Was würde heute geschehen? Zunächst sahen sie gar nichts. Gegen Mittag bemerkte jemand, dass das alte Eichentor ein kleines Stück weit geöffnet war. Zuerst machten sich die Menschen nur gegenseitig darauf aufmerksam – etwas verschämt, vielleicht auch enttäusch – war es das schon? Am Nachmittag stand bereits eine kleine Gruppe vor dem Tor und wartete. Auch Anna hatte sich dazugesellt. Aber weil ihr die Warterei zu lange wurde, fasste sie ihren Mut zusammen und ging auf das Tor zu. Sie drückte es einen Spalt breit auf.

     

    „Komm nur herein, liebe Anna“ hörte sie die Stimme von Greta sagen. Der alte Raum war mit dem Licht unzähliger Kerzen erleuchtet. In der Mitte des Raumes standen auf einen Tisch geschnitzte Figuren von Maria und Joseph und dem Kind in der Krippe. Daneben stand Greta und lächelte das Kind an.

    Die Menschen draußen waren neugierig geworden als sie den Kerzenschein durch den Türspalt entdeckten. Erst zögerlich und dann immer deutlicher gingen sie auf das Tor zu. Zuerst warfen sie nur einen Blick hinein, dann traten die ersten über die Schwelle und endlich war der kleine Raum gefüllt mit Menschen. Sie sahen das kleine Mädchen vor den Krippenfiguren und eine alte Frau, die das Kind glücklich lächelnd anschaute. Die Tür war nun ganz geöffnet und aus den hinteren Reihen rief ein Mann hervor: „Was ist denn da los?“

    „Hier“ hörten die Menschen Anna rufen „hier ist Weihnachten.“

    - Ende -

     

    Photo by Matthew T Rader on Unsplash

    Drucken E-Mail

    1. Dezember - Die Tür steht offen - Teil 1


    Es war ein imposantes Haus, das gleich am Eingang zum Marktplatz stand. Es war zwar nicht das höchste der Häuser in dem alten Stadtkern, dennoch war es mit seinem schweren Eichentor und seinen breiten Fensterläden ein eindrucksvolles Gebäude. Kaum jemand kannte die alte Frau, die allein in dem Haus wohnte. Man sah sie auch nie aus dem großen Tor kommen, das direkt auf den Marktplatz führte. Seit Generationen gehörte das Haus ihrer Familie. Doch seit sie allein war, und das war nun schon eine lange Zeit, bewohnte sie nur noch ein paar Zimmer unter dem Dach. So blieben das Tor und die Fenster stets verschlossen und viele Menschen begannen sich zu fragen, ob das Haus überhaupt bewohnt sei.

    Wenn die Frau Besorgungen machen musste, verließ sie das Haus zu einem Seitenausgang und mischte sich unerkannt unter die Leute. Meist tat sie dies ganz früh am Morgen, wenn nur wenige Menschen unterwegs waren und sie unbemerkt wieder zurück in ihre Stube gehen konnte.

    So hätte die alte Frau sicher noch viele Jahre unbemerkt ihr Leben in dem alten Haus gelebt, und es wäre sicher niemandem aufgefallen, wenn sie einfach nicht mehr da gewesen wäre. Doch eines Tages traf sie bei einem ihrer seltenen Einkäufe ein kleines Mädchen. Und weil es noch früh am Morgen war und das Mädchen allein zu sein schien, sprach sie es entgegen ihrer Gewohnheit an:

    „Was machst Du denn so früh hier auf der Straße?“

    „Ich warte bis der Kindergarten anfängt. Meine Eltern sind schon lange bei der Arbeit und mir war langweilig. Da dachte ich, ich mache einen kleinen Spaziergang. Ich heiße Anna, und Du?“

    „Greta!“ sagte die Frau etwas überrumpelt. Nach ihrem Namen hatte sie schon lange niemand mehr gefragt. „Wo wohnst Du denn, kleine Anna?“

    „Ich wohne da hinten, am anderen Ende des Platzes“ sagte sie und winkte mit der Hand über den Marktplatz hinweg „und wo wohnst Du?“

    „Ich wohne gleich hier, in dem großen Haus!“

    „Fein, dann können wir ja Freundinnen sein“ sagte das Mädchen und tanzte um die alte Frau herum.

    „Und was machst Du so früh am Morgen hier?“ fragte Anna die alte Dame?

    „Ich gehe einkaufen. Es ist Advent und da werden die Straßen hier sehr voll und die Menschen sehr hektisch. Deswegen decke ich mich jetzt ein, damit mein Vorrat bis Weihnachten reicht.“

    „Ist es noch weit bis Weihnachten?“ fragte Anna.

    Konnte es sein, dass dieses Mädchen noch nichts davon bemerkt hatte, dass Weinachten vor der Tür stand? „Du wirst es schon merken, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich aber weitergehen.“

    „Zeigst Du mir, wann Weihnachten ist?“ fragte das Mädchen.

    „Vielleicht das nächste Mal, jetzt muss ich aber weiter. Mach‘s gut und komm rechtzeitig in den Kindergarten.“ Sagte die alte Frau noch zu dem Mädchen und trat eilig beim Bäcker ein, der gerade geöffnet hatte.

     

    - Fortsetzung folgt -

    Photo by Beto Galetto on Unsplash

    Drucken E-Mail

    30. November - Rezept für den Advent

    Gelingt immer!

    Zubereitungszeit: 4 Sonntage

    Kcal: Keine

    Portionen: 1 bis unendlich

     

    Man nehme

    500 gr Vorfreude

    3 Msp Hoffnung

    Bereitschaft – Offenheit – Realitätssinn – jeweils eine Tasse

    1 TL Planung

    2 EL Suchen und Finden

    1 Prise Glück

    Alles gut durchmengen, etwas ruhen lassen und zu so vielen Plätzchen verarbeiten, wie man braucht.

     

    Für den Guss

    200 gr. Liebe in etwas Flüssigkeit aufgelöst gleichmäßig auftragen

    Mit etwas Harmonie und gutem Willen dekorieren

     

    Täglich davon mit Zeit und Ruhe genießen. Guten Appetit!

     

    Photo by Kira auf der Heide on Unsplash

    Drucken E-Mail

    Erster Advent

    "Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir." (Jes 63, 19b)

    Da hat ein Prophet so richtig genug. Umgangsspachlich könnte man Jesajas Worte im 63. Kapitel so übersetzen: Die Lage ist ernst, Gott! Wir haben uns ganz schön tief reingeritten. Jetzt komm endlich her und hilf uns!

    Dem können sicher viele von ganzem Herzen zustimmen. Es wäre ein guter Zeitpunkt für Gott, gerade jetzt den Himmel aufzureißen, herabzukommen und einige Dinge in Ordnung zu bringen. Leider scheint er solche Dinge lieber anders zu regeln, lieber im Stillen, mehr über unsere Taten und Gedanken als mit einem großen Auftritt.

    Wir zünden heute die erste Kerze am Adventskranz an. Vielleicht kann dieses kleine Licht bis in den Himmel leuchten, damit er aufreißt. Oder bis in unsere Taten und Gedanken.

     

     Photo by Anne Nygård on Unsplash

     

    Drucken E-Mail

    Freut Euch! - Der Adventskalender der Seelsorgeeinheit

    Ab dem ersten Advent wird an dieser Stelle jeden Tag ein Impuls, eine Gedanke, eine nette Idee oder einfach nur etwas zu finden sein, was den Tag ein wenig aufbricht. Corona zum Trotz: Auch wenn das Leben heruntergefahren wird, wollen wir das Leben feiern. Entweder Corona-konform mit anderen oder für uns allein. Denn das Leben lässt sich nicht aufhalten. Gott wird Mensch. Darum: Freut Euch! (1 Tess 5, 16).

    Photo by Markus Spiske on Unsplash

    Drucken E-Mail

    • St. Michael Hüttisheim

    • Maria Himmelfahrt Staig

    • Maria Unbefleckte Empfängnis Schnürpflingen

    • St. Martin Unterkirchberg

    • St. Pankratius Steinberg

    • St. Sebastian Oberkirchberg